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Bhutan Impfungen & Gesundheit 2026: Höhenkrankheit, Reiseapotheke & Tipps

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Bhutan birgt für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz keine außergewöhnlichen Gesundheitsrisiken. Die beiden wichtigsten Faktoren für Ihre Vorbereitung sind die empfohlenen Impfungen und die Höhenlage der touristischen Orte zwischen 1.300 und 3.100 Metern. Mit der richtigen Vorsorge und einer guten Reiseversicherung steht Ihrer Bhutan-Reise aus gesundheitlicher Sicht nichts im Weg.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Empfohlene Impfungen für Bhutan

Bei der Einreise aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Dennoch gibt es klare Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der deutschen Tropeninstitute, die Sie beachten sollten. Eine individuelle Beratung beim Hausarzt oder Tropenmediziner ist ratsam, um Ihren persönlichen Impfstatus zu prüfen.

Pflichtimpfungen

Standard-Impfempfehlungen für alle Bhutan-Reisenden

Dringend empfohlene Impfungen für Bhutan-Reisen
Impfung Empfehlung Hinweis
Tetanus Dringend empfohlen Auffrischung alle 10 Jahre
Diphtherie Dringend empfohlen Auffrischung alle 10 Jahre
Pertussis (Keuchhusten) Empfohlen Kombinationsimpfung mit Tetanus/Diphtherie möglich
Polio Empfohlen Grundimmunisierung prüfen
Masern Empfohlen Besonders für nach 1970 Geborene relevant
Hepatitis A Dringend empfohlen Robert-Koch-Institut Empfehlung für alle Reisenden

Impfungen bei besonderen Risiken

Abhängig von Reisestil, Aufenthaltsdauer und geplanten Aktivitäten können weitere Impfungen sinnvoll sein. Besprechen Sie diese Optionen mit Ihrem Arzt oder Tropenmediziner.

Zusätzliche Impfungen je nach Reiseprofil
Impfung Empfohlen bei Hinweis
Hepatitis B Längerer Aufenthalt, enger Kontakt zur Bevölkerung Kombinationsimpfung mit Hepatitis A möglich
Typhus Abenteuerreisen, längere Aufenthalte, einfache Unterkünfte Orale Impfung oder Injektion verfügbar
Tollwut Trekking, ländliche Gebiete, Kinder Moderates Risiko durch Straßenhunde in Städten
Japanische Enzephalitis Regenzeit, ländliche Gebiete im Süden Saisonal und regional begrenzt
Influenza Ältere Reisende, chronische Erkrankungen Saisonale Empfehlung

Impfkalender: Wann was erledigen?

Beginnen Sie rechtzeitig mit der Impfplanung, denn einige Impfungen benötigen mehrere Dosen über mehrere Wochen. So gehen Sie am besten vor:

Zeitplan für die Impfvorbereitung
Zeitpunkt vor Abreise Maßnahme
6–8 Wochen vorher Impfberatung beim Hausarzt oder Tropeninstitut
4–6 Wochen vorher Start der Impfserie, falls mehrere Dosen erforderlich
2 Wochen vorher Letztmöglicher Termin für Einzelimpfungen
Kurz vor Abreise Impfpass prüfen, Kopie für Reiseunterlagen anfertigen

Höhenkrankheit in Bhutan

Die Höhenlage ist der wichtigste Gesundheitsfaktor für Bhutan-Reisende. Die gute Nachricht: Die meisten touristischen Orte liegen zwischen 1.300 und 2.600 Metern – eine Höhe, an die sich die meisten Menschen innerhalb weniger Tage gut anpassen. Kritisch wird es erst bei Trekkingtouren mit Pässen über 4.000 Metern.

Höhenlage der wichtigsten Orte

Höhen der touristischen Hauptorte in Bhutan
Ort Höhe Höhenkrankheitsrisiko
Punakha 1.300 m Minimal
Paro 2.280 m Niedrig
Thimphu 2.320 m Niedrig
Bumthang 2.600 m Niedrig bis mittel
Dochula Pass 3.100 m Mittel – kurze Passüberquerung
Tigernest (Taktsang) 3.120 m Mittel – Tageswanderung
Trekking-Pässe bis 5.000 m Hoch – gute Akklimatisierung erforderlich
Panoramablick vom Dochula Pass auf 3.100 Metern Höhe mit schneebedeckten Himalaya-Gipfeln im Hintergrund und den 108 Chorten im Vordergrund
Der Dochula Pass auf 3.100 Metern – einer der höchsten Punkte auf der Standard-Reiseroute durch Bhutan

Symptome erkennen

Leichte Symptome (häufig ab 2.500 m)

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Leichter Schwindel

Diese Symptome sind normal und klingen meist nach 1–2 Tagen Akklimatisierung ab.

Schwere Symptome (Warnsignale!)

  • Starke, anhaltende Kopfschmerzen
  • Erbrechen
  • Atemnot in Ruhe
  • Verwirrtheit
  • Koordinationsstörungen
  • Rasselnde Atmung

Prävention und Akklimatisierung

Maßnahmen zur Vorbeugung von Höhenkrankheit
Maßnahme Empfehlung
Langsame Akklimatisierung 1–2 Nächte auf mittlerer Höhe einplanen, z. B. in Punakha (1.300 m)
Viel trinken 3–4 Liter Wasser pro Tag
Kein Alkohol Mindestens erste 1–2 Tage nach Ankunft
Leichte Kost Nicht überessen, gut verdauliche Mahlzeiten
Ausreichend Schlaf Der Körper braucht Erholung für die Anpassung
Körperliche Anstrengung dosieren Erste Tage keine anstrengenden Aktivitäten

Diamox (Acetazolamid) – Medikamentöse Unterstützung

Diamox ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das die Akklimatisierung beschleunigen kann. Es wird vor allem für Trekkingtouren mit Höhen über 4.000 Metern empfohlen. Die Einnahme muss vorab mit einem Arzt besprochen werden.

Informationen zu Diamox (Acetazolamid)
Aspekt Information
Wirkung Beschleunigt die körperliche Anpassung an die Höhe
Typische Dosierung 125–250 mg, zweimal täglich – nur nach ärztlicher Verordnung
Einnahmestart 1 Tag vor dem Aufstieg in größere Höhen
Häufige Nebenwirkungen Kribbeln in Händen/Füßen, vermehrtes Wasserlassen
Kontraindikationen Sulfonamid-Allergie, Nierenerkrankungen

Reiseapotheke-Checkliste

Eine gut ausgestattete Reiseapotheke ist für Bhutan essentiell. Apotheken vor Ort haben eine begrenzte Auswahl, und bekannte Medikamentenmarken sind selten verfügbar. Nehmen Sie daher alle benötigten Medikamente aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz mit.

Grundausstattung für alle Reisenden

Basis-Reiseapotheke für Bhutan
Kategorie Empfohlene Medikamente
Schmerzen & Fieber Paracetamol, Ibuprofen
Magen-Darm Loperamid (Durchfall), Elektrolytpulver, MCP (Übelkeit)
Erkältung Nasenspray, Halstabletten
Allergie Cetirizin oder Loratadin
Wundversorgung Desinfektionsmittel, Pflaster, Verbandmaterial
Insektenschutz DEET-haltiges Repellent (30–50 %)
Sonnenschutz LSF 50+, höhentauglich, auch für Lippen
Augen Augentropfen gegen trockene Augen (Höhe = trockene Luft)

Zusätzlich für Trekkingtouren

Erweiterte Reiseapotheke für Trekking
Medikament/Material Verwendung
Diamox (Acetazolamid) Nach ärztlicher Verordnung – Höhenanpassung
Dexamethason Notfall-Medikament bei schwerer Höhenkrankheit – nur nach Arzt-Absprache
Breitband-Antibiotikum Nach ärztlicher Verordnung für Notfälle
Blasenpflaster (Compeed) Reichlich Vorrat – unverzichtbar beim Trekking
Sporttape Für Gelenke und Knöchel
Rettungsdecke Für Notfälle

Reiseversicherung mit Rücktransport

Warum ist eine gute Versicherung so wichtig?

Gründe für eine umfassende Reiseversicherung
Grund Erklärung
Hohe Evakuierungskosten Helikopter oder Ambulanzflug kann 10.000+ EUR kosten
Keine gesetzliche Absicherung Deutsche/Schweizer/Österreichische Krankenkassen zahlen nur nach nationalen Sätzen
Eingeschränkte Versorgung vor Ort Bei ernsthaften Fällen ist oft keine adäquate Behandlung möglich
Trekking-Risiken Bergung aus abgelegenen Gebieten erfordert Hubschrauber

Anforderungen an die Versicherung

Mindestanforderungen für Bhutan-Reisen
Leistung Empfehlung
Medizinische Behandlung Unbegrenzt oder mindestens 500.000 EUR
Medizinischer Rücktransport Medizinisch sinnvoll UND medizinisch notwendig
Bergungskosten Mindestens 10.000 EUR – wichtig bei Trekking
Höhenabdeckung Bis mindestens 6.000 m für Trekkingtouren
24h-Notrufnummer Aus Bhutan erreichbar

Empfohlene Versicherungsanbieter (DACH)

Deutschland

  • ADAC Auslandskrankenversicherung
  • Allianz Travel
  • HanseMerkur
  • ERV (Europäische Reiseversicherung)

Österreich & Schweiz

  • TCS (Schweiz)
  • Österreichischer Alpenverein
  • Allianz Travel
  • Europäische Reiseversicherung

Medizinische Versorgung vor Ort

Die medizinische Versorgung in Bhutan ist nicht mit europäischen Standards vergleichbar, aber für grundlegende Behandlungen ausreichend. Ärzte praktizieren ausschließlich in Krankenhäusern – private Arztpraxen gibt es nicht. Bei ernsthaften Erkrankungen ist eine Evakuierung nach Indien oder Thailand empfehlenswert.

Krankenhäuser in den Hauptorten

Medizinische Einrichtungen in Bhutan
Stadt Einrichtung Standard
Thimphu Jigme Dorji Wangchuck National Referral Hospital Bestes Krankenhaus des Landes, Fachspezialisten
Paro Paro Hospital Grundversorgung
Punakha District Hospital Grundversorgung
Bumthang Jakar Hospital Grundversorgung
Mongar Eastern Regional Referral Hospital Bessere Versorgung für Ostbhutan

Realistische Einschätzung

Was Sie erwarten können
Aspekt Situation
Sprachkenntnisse Englisch oft möglich, Deutsch selten
Medizinische Ausstattung Nicht mit europäischem Standard vergleichbar
Medikamentenauswahl Begrenzt
Fachspezialisten Nur in Thimphu verfügbar
Wartezeiten Können lang sein

Bei ernsthaften Erkrankungen

Bei schweren Erkrankungen oder Verletzungen empfehlen wir eine Evakuierung in ein modernes Krankenhaus. Die nächsten Optionen mit internationalem Standard sind Neu-Delhi (ca. 2,5 Stunden Flug) und Bangkok (ca. 4 Stunden Flug).

Notfallnummern in Bhutan

Wichtige Notfallnummern
Service Nummer
Polizei 113
Ambulanz 112
Feuerwehr 110
Jigme Dorji Wangchuck Hospital (Thimphu) +975-2-322496

Weitere Gesundheitsrisiken

Malaria

Durchfallerkrankungen

Durchfallerkrankungen sind das häufigste Gesundheitsproblem für Touristen in Asien. In Bhutan ist das Risiko bei Aufenthalt in guten Hotels gering, aber Vorsicht ist dennoch geboten. Die Regel "Cook it, peel it, boil it or forget it" gilt auch hier.

  • Trinkwasser nur aus verschlossenen Flaschen
  • Keine Eiswürfel aus Leitungswasser
  • Obst nur geschält verzehren
  • Speisen gut durchgegart

Tollwut

In bhutanischen Städten gibt es viele Straßenhunde. Bei einem Biss oder Kratzer sofort einen Arzt aufsuchen. Die Post-Expositions-Prophylaxe ist möglich, aber der Impfstoff ist eventuell nicht überall verfügbar – ein Grund mehr für die Impfung vor der Reise bei längeren Aufenthalten.

Dengue-Fieber

In den südlichen Tieflandregionen besteht ein Risiko für Dengue-Fieber. Da es keine Impfung gibt, ist konsequenter Mückenschutz tagsüber wichtig.

Praktische Gesundheitstipps

Vor der Reise

  1. Tropenmedizinische Beratung: 4–6 Wochen vor Abreise Arzt oder Tropeninstitut aufsuchen
  2. Impfstatus prüfen: Empfohlene Impfungen auffrischen
  3. Reiseversicherung abschließen: Mit Rücktransport – unbedingt!
  4. Reiseapotheke zusammenstellen: Siehe Checkliste oben
  5. Zahnarztbesuch: Zahnprobleme in der Höhe können verstärkt werden
  6. Chronische Erkrankungen: Ausreichend Medikamente + Reserve einplanen

Während der Reise

  1. Viel trinken: Die Höhe führt zu erhöhtem Flüssigkeitsverlust – 3–4 Liter täglich
  2. Sonnenschutz: UV-Strahlung ist in der Höhe intensiver – konsequent eincremen
  3. Hygiene beachten: Regelmäßig Hände waschen, Desinfektionsmittel nutzen
  4. Leitungswasser meiden: Nur Wasser aus verschlossenen Flaschen trinken
  5. Auf den Körper hören: Bei Höhensymptomen Ruhe einlegen, nicht ignorieren

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich für Bhutan spezielle Impfungen?

Pflichtimpfungen gibt es nicht. Dringend empfohlen werden jedoch Hepatitis A, Tetanus, Diphtherie und Polio. Je nach Reisestil können auch Hepatitis B, Typhus und Tollwut sinnvoll sein. Eine individuelle Beratung beim Tropenarzt 4–6 Wochen vor Abreise ist empfehlenswert.

Bekomme ich in Bhutan Höhenkrankheit?

Die meisten touristischen Orte liegen zwischen 1.300 und 2.600 Metern – eine Höhe, an die sich die meisten Menschen gut anpassen. Leichte Symptome wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit sind in den ersten Tagen normal. Kritisch wird es erst bei Trekkingtouren über 4.000 Meter. Mit langsamer Akklimatisierung und ausreichend Flüssigkeit können Sie das Risiko minimieren.

Brauche ich eine Malaria-Prophylaxe für Bhutan?

Nein, für die allermeisten Bhutan-Reisen nicht. Die touristischen Hauptgebiete (Paro, Thimphu, Punakha, Bumthang) liegen alle über 1.700 Metern und sind malariafrei. Nur bei Reisen ins südliche Tiefland an der indischen Grenze könnte eine Prophylaxe sinnvoll sein.

Wie ist die medizinische Versorgung in Bhutan?

Die Versorgung ist für grundlegende Behandlungen ausreichend, aber nicht mit europäischen Standards vergleichbar. Das beste Krankenhaus ist das Jigme Dorji Wangchuck National Referral Hospital in Thimphu. Bei ernsthaften Erkrankungen ist eine Evakuierung nach Delhi oder Bangkok empfehlenswert – daher ist eine Reiseversicherung mit Rücktransport essentiell.

Kann ich meine Medikamente in Bhutan kaufen?

Wir empfehlen dringend, alle benötigten Medikamente aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz mitzubringen. Apotheken in Bhutan haben eine begrenzte Auswahl, und bekannte Marken sind oft nicht verfügbar. Rezeptpflichtige Medikamente sollten in Originalverpackung mit englischsprachiger Bescheinigung mitgeführt werden.

Ist das Leitungswasser in Bhutan trinkbar?

Nein, trinken Sie kein Leitungswasser in Bhutan. Verwenden Sie ausschließlich abgefülltes Wasser aus verschlossenen Flaschen. Dies gilt auch für Eiswürfel und das Zähneputzen. In guten Hotels ist das Wasser für die Körperpflege unbedenklich.

Welche Reiseversicherung brauche ich für Bhutan?

Eine Auslandskrankenversicherung mit medizinischem Rücktransport ist essentiell. Achten Sie auf: Unbegrenzte Behandlungskosten (oder min. 500.000 EUR), Bergungskosten von mindestens 10.000 EUR, 24h-Notrufnummer, und bei Trekkingplänen Abdeckung bis mindestens 6.000 Meter Höhe.

Was mache ich bei einem medizinischen Notfall in Bhutan?

Rufen Sie sofort die Ambulanz (112) oder Ihren Guide an. Informieren Sie Ihre Reiseversicherung über die 24h-Notrufnummer. Bei schweren Fällen ist eine Evakuierung nach Delhi oder Bangkok die beste Option. In Thimphu ist das Jigme Dorji Wangchuck Hospital die erste Anlaufstelle (+975-2-322496).

Weitere wichtige Informationen für Ihre Bhutan-Reise

Mit der richtigen Vorbereitung können Sie Ihre Bhutan-Reise unbeschwert genießen. Diese Themen helfen Ihnen bei der weiteren Planung:

Fragen zur Reisevorbereitung?

Wir beraten Sie gerne zu Gesundheitsthemen und helfen bei der Planung Ihrer Bhutan-Reise.